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#sogeht­solidarisch Ende März 2026

Lieber Kevin Reißig,

in diesem Monat läuft eine landesweite Großflächenkampagne der Linksfraktion – parallel zu zwei Themen, die in Stadt und Land viele Menschen beschäftigen. Unter dem Slogan „Gemeinsam statt einsam“ werben wir dafür, das unterschätzte Einsamkeitsproblem anzugehen. Wir wollen die Gesellschaft geselliger machen – das darf keine Geldfrage sein. Dafür sind viele Mittel denkbar, die wir in eine Landesstrategie gegen Einsamkeit gießen wollen. So wollen wir zum Beispiel Trefforte und das Ehrenamt fördern, Plauderbänke aufstellen und Hilfsangebote sichern.

Das zweite Motiv trägt den Titel „Nu lasst mal die Kita im Dorf“ und zielt darauf ab, Kita-Schließungen zu verhindern. Wir wollen auch in Zeiten sinkender Kinderzahlen eine gute und wohnortnahe Kita-Betreuung gewährleisten. Der falsche Weg wäre es, durch zahlreiche Schließungen die Wege für die Familien zu verlängern. Außerdem ist es überfällig, die Eltern und die Kommunen finanziell zu entlasten.

Mit umfangreichen Anträgen machen wir Vorschläge, für die wir im Konsultationsverfahren eine Parlamentsmehrheit erreichen wollen. Mehr Informationen auf unseren Themenseiten zu Einsamkeit und Kita.

Kevin Reißig,
Pressesprecher

Inhaltsverzeichnis

Krisenprofite abschöpfen, Märkte regulieren – sonst zahlen die hart arbeitenden Menschen die Zeche

Die Ölkonzerne schalten und walten. Die Zeche zahlen die hart arbeitenden Menschen und jene, die nicht auf der Sonnenseite stehen. Die Inflationsangst nagt am Vertrauen in den demokratischen Staat wie Holzwürmer an einem Balken. Die Regierung müsste Zuversicht ermöglichen und zeigen: Wir lassen euch nicht allein. Das aber passiert nicht. Deshalb fordern wir mutige Schritte: Markteingriffe, Übergewinnsteuer, Preisdeckel, auch eine Vermögensteuer. Unseren Antrag unterstützte im Landtag allerdings keine der anderen Fraktionen. Dabei muss stark bezweifelt werden, ob die Maßnahmen helfen werden, die Bund und Land jetzt planen.

Krisenprofite abschöpfen, Märkte regulieren – sonst zahlen die hart arbeitenden Menschen die Zeche

Kostendruck, Bürokratie und Fachkräftemangel treiben viele Apotheken ins Aus. Ende 2025 gab es in Deutschland noch 16.600 Apotheken, 440 weniger als ein Jahr davor. Kurzfristige Entlastung und strukturelle Lösungen müssen her. Wir hatten bereits im Dezember 2024 Vorschläge gemacht. Nachdem die Koalition lange getrödelt hat, wurde unser Antrag jetzt in konsultierter Form beschlossen. Die Staatsregierung wird ein Maßnahmenpaket erarbeiten, das die Digitalisierung erleichtern, bürokratische Hürden abbauen und die wirtschaftlichen Bedingungen verbessern soll. Doch das ist nur der Anfang. Wir kämpfen weiter für eine echte Versorgungs-Verbesserung.

Hoher Preis für den Ausfall-Rückgang – nur Entlastung sichert den Unterricht

Kultusminister Conrad Clemens hat neue Zahlen zum Unterrichtsausfall vorgelegt, die auf den ersten Blick positiv aussehen. Der Preis für den Ausfall-Rückgang vor allem an den Oberschulen ist allerdings groß, der Anstieg bei den Grund- und Berufsschulen besorgniserregend. Viele Lehrkräfte müssen nicht nur zahlreiche Überstunden in Kauf nehmen, sondern in vielen Fällen auch lange Fahrtwege zur Abordnungsstelle. Dauerhaft können wir den Unterricht nur absichern, indem wir einerseits mehr Lehrkräfte an alle Schularten bringen und sie andererseits entlasten. Das war auch unsere Antwort auf eine Fachregierungserklärung des Ministers in der letzten Woche.

Azubis brauchen bezahlbaren Wohnraum – Landtag berät jetzt über Initiative der Linken

Auszubildende sind besonders  von Wohnarmut betroffen. Der Landtag hat jetzt einen Antrag  der Linksfraktion, mit dem wir bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende anstreben, in die Ausschüsse überwiesen. Wir werden diskutierten, wie dauerhaft bezahlbare Bleiben für junge Leute geschaffen werden können. Unsere Vorschläge liegen vor. Wer eine Ausbildung macht, darf nicht gezwungen sein, zwischen überteuertem Wohnraum und langen Pendelstrecken zu wählen.

Schutz vor sexualisierter Gewalt – Hilfesysteme stärken!

Der Landtag hat über den Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt debattiert. Das hat durch die Vorwürfe von Collien Fernandes über Demütigung und Sexualisierung eine neue Dringlichkeit bekommen. Das Problem ist nicht das Internet, sondern Männer, die Frauen kontrollieren, sexualisieren und entwürdigen – offline wie online. Gewaltschutz nach der Istanbul-Konvention darf keine Frage der Haushaltslage sein! Er erfordert Schutzplätze, aber auch Beratung, spezialisierte Hilfenetzwerke, Täterarbeit und Prävention.

Nazi-Treffobjekte: „Null Bock gegen rechts“-Haltung im Innenministerium

Der Zugang zu Immobilien gehört seit Jahren zu einer zentralen Strategie der extremen Rechten, um Strukturen auszubauen. Mindestens 35 Trefforte gibt es in Sachsen. Wir können  kein gezieltes Vorgehen der Behörden erkennen. Es ist unverständlich, dass das Innenministerium nicht das „Expertennetzwerk Rechtsextremismus“ darauf ansetzt, das bislang bei der Landesdirektion angesiedelt war und erfolgreich gegen Neonazi-Konzerte vorging. Es ist Ausdruck derselben „Null Bock gegen rechts“-Haltung des Innenministeriums, dass AfD-Büros ohne erkennbaren Grund auf der Immobilienliste ausgespart werden.

Straftaten: Das „Gesamtkonzept gegen Rechtsextremismus“ erneuern!

2025 hat die Polizei sachsenweit 3.412 rechtsmotivierte Straftaten registriert – erneut außergewöhnlich viele und ein sehr hoher Wert, den bisher nur das Superwahljahr 2024 getoppt hat (4.216 Fälle). Der jüngste Rückgang ist eine Normalisierung auf gefährlichem Niveau. Rechtsmotivierte Kriminalität bleibt eine akute Bedrohung – sie erfordert die organisierte Gegenwehr aller Zuständigen. Deshalb wollen wir mit der Koalition über Wege verhandeln, das verwaiste „Gesamtkonzept gegen Rechtsextremismus“ neu aufzulegen.

Ehrenamtliche von GEMA-Gebühren entlasten

Vor allem für Ehrenamtliche, die keine kommerziellen Zwecke verfolgen, sind GEMA-Gebühren für Veranstaltungen ein großer Kostenfaktor und eine bürokratische Belastung. Der Freistaat soll deshalb einen Pauschalvertrag mit der GEMA abschließen, wie Bayern, Thüringen, Niedersachsen und Hessen ihn bereits haben: Bei eintritts- und kostenfreien, nichtkommerziellen Events soll der Freistaat die Gebühren tragen, um die Veranstalter zu entlasten. Über einen entsprechenden Antrag der Linksfraktion wird der Landtag jetzt beraten.

Weimers Nein zur Erweiterung der Nationalbibliothek ist ein kulturpolitischer Irrweg

Die Deutsche Nationalbibliothek ist das Gedächtnis unseres Landes – sie sammelt seit 1913 Publikationen in deutscher Sprache. Täglich gehen tausende Werke ein. Allerdings sind die Magazinkapazitäten am Standort Leipzig nahezu ausgeschöpft. Umso wichtiger ist der Erweiterungsbau, in dessen Planung bereits sieben Millionen Euro geflossen sind. Doch der umstrittene Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bremst das Projekt aus. Die Begründung, die Sammlung physischer Medien sei nicht zeitgemäß und Digitalisierung müsse im Mittelpunkt stehen, greift zu kurz.
Bild: Concord, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Auch das gibt's

CDU-Bundestagsfraktionschef Jens Spahn hat eine langjährige Linken-Forderung ins Spiel gebracht: Weg mit der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel! Schließlich leiden Menschen mit kleinem oder mittlerem Einkommen besonders unter den hohen Preisen. Allerdings sind wir angesichts von Spahns Äußerung frei von Euphorie: Schließlich ist sie Teil der Überlegung, die Mehrwertsteuer generell zu erhöhen. Das macht fast alles für alle teurer -den Wocheneinkauf, den Friseurbesuch, die Autoreparatur, auch Tanken und Heizen. Die Merz-Regierung macht einen Grundfehler: Sie blickt nicht darauf, wie sich die Einnahmen gerecht erhöhen lassen. So werden enorme Einkommen, riesige Vermögen und große Erbschaften steuerlich geschont. Ähnliches zeichnet sich im Gesundheitsbereich ab.

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Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag
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V.i.S.d.P. Kevin Reissig