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#sogeht­solidarisch Ende April 2026

Liebe Mane Ghulinyan,

privater Reichtum hat eine Kehrseite: Armut und leere öffentliche Kassen. Sehr viele Menschen ächzen unter steigenden Preisen, aber bei weitem nicht alle. Unsere Fraktionschefin Susanne Schaper befragt die Staatsregierung regelmäßig zu den sächsischen Einkommensmillionärinnen und -millionären. Jetzt liegen Zahlen zum Jahr 2023 vor – dem jüngsten Veranlagungszeitraum, den die Finanzämter abschließend bearbeitet haben.

Die Person mit dem höchsten Einkommen erzielte sage und schreibe 86 Millionen Euro. 490 Menschen nahmen 2023 jeweils mehr als eine Million Euro ein, ihre Einkünfte summierten sich auf mehr als 1,2 Milliarden Euro. Uns kann niemand weismachen, dass es falsch wäre, ihnen gerechte Steuern als größeren Beitrag zum Gemeinwesen abzuverlangen. Bislang ist nicht einmal sicher, dass korrekt besteuert wird: Nur zwei Prozent der Millionen-Steuerfälle wurden geprüft.

Kevin Reißig,
Pressesprecher

Inhaltsverzeichnis

Die Kita im Dorf lassen!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft haben Forderungen für die Kindertagesstätten vorgestellt. In Sachsen werden seit Jahren zu wenige Kinder geboren – vor allem weil Nachwuchs für viele Familien zum Armutsrisiko geworden ist. Dagegen hilft nur soziale Gerechtigkeit! Sinkende Kinderzahlen sind indes eine Chance, die Betreuung zu verbessern. Deshalb darf die Staatsregierung Fehler nicht wiederholen: Gerade jetzt müssen wir die Kitas sichern und das Personal halten, damit es nicht abwandert.

Mittleres Monatseinkommen knapp 800 Euro unter Westniveau

Seit 35 Jahren ist Deutschland wiedervereinigt – auf staatlicher Ebene. In vielen Bereichen gibt es aber keine Einheit. So erhalten die ostdeutschen Vollzeitbeschäftigten brutto 17 Prozent weniger Geld als ihre Kolleginnen und Kollegen in den alten Bundesländern. Auch die Daten für Sachsen geben keinerlei Anlass, zufrieden zu sein. Es ist höchste Zeit für den Ausgleich, zumal viele Preise immer weiter erhöht werden. Ein wichtiger Einflussfaktor ist die Tarifbindung.

Noch immer brauchen Zehntausende Bürgergeld, weil ihr Lohn nicht reicht

In Sachsen müssen zehntausende Menschen ergänzend Bürgergeld beziehen, weil sie von ihrem Arbeitslohn nicht leben können. 2025 waren insgesamt 35.710 Menschen gleichzeitig erwerbstätig und im Bürgergeldbezug, vor allem im Bereich Reinigung, in der Logistik sowie der Gastronomie. Arbeit darf nicht arm machen. Auch deshalb muss die Minderheitskoalition das Vergabegesetz überarbeiten.

Gesundheitsreform: Stabile Beiträge sind kein Grund zur Freude, wenn die Versorgung schlechter wird

Die Gesundheitsreform der Merz-Regierung lässt Krankenhäuser und Arztpraxen mit den wachsenden Ausgaben allein: Ihre Vergütung wächst nur noch so stark wie die Beitragseinnahmen. Die Regierung kümmert sich aber nicht darum, dass mehr Geld ins System kommt: Enorme Einkommen bleiben zum Großteil beitragsfrei, Bestverdienende können sich in die Privatversicherung verabschieden. Gesetzlich Versicherte werden noch stärker belastet. So nicht!

Täglich fast sechs Wohnungen zwangsgeräumt – Wohnungsverlust vermeiden!

2025 wurden in Sachsen 2.115 Wohnungen zwangsgeräumt. 2024 hatte es einen Spitzenwert von 2.704 Zwangsräumungen gegeben. Der Rückgang ist erfreulich, doch von einer Trendwende können wir nicht ausgehen. Jede Wohnungs-Zwangsräumung ist eine zu viel! Meist führen Mietschulden zur letzten Konsequenz. Die Betroffenen werden wohnungslos, viele landen auf der Straße. Wir fordern eine Landesstrategie gegen Wohnungslosigkeit.

Immer weniger vollwertige Postfilialen, aber mehr Beschwerden

Im Freistaat sank die Zahl der Post-Universaldienstfilialen von 757 im Jahr 2016 auf 685 im Jahr 2025. Stark gestiegen ist die Zahl der Beschwerden über verspätete Briefe, Postsendungen oder geschlossene Filialen. Sämtliche Postdienstleistungen müssen für alle erreichbar sein – das ist ein Attraktivitätsmerkmal für das Leben abseits der Großstädte. Paketstationen und -shops sind kein voller Ersatz. Die Versorgungsqualität muss stetig überprüft werden.

Kürzungspapier geleakt: Linken-Abgeordnete warnen vor hohen Folgekosten

Der Paritätische Gesamtverband hat ein internes Arbeitspapier von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden enthüllt. Es enthält drastische Kürzungspläne in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Eingliederungshilfe. Diese mögen die öffentlichen Haushalte kurzfristig entlasten, aber sie belasten die jungen Menschen, deren Familien und die Beschäftigten im Sozialbereich. Das Kindeswohl darf aber nicht von der Kassenlage abhängen. Wir wollen einen Sozialstaat, auf den Verlass ist!

Auch das gibt's

Es dürfte der erste Vorgang dieser Art seit 1990 sein: Eine amtierende sächsische Regierungskoalition hat einen Gesetzentwurf zurückgezogen. Dieses Schicksal ereilte das neue Abgeordnetengesetz, mit dem CDU und SPD den Anstieg der Diäten sowie weitere Fragen regeln wollten. Als verantwortungsvolle Opposition hatten wir uns an den Verhandlungen beteiligt. Für uns Linke war aber von vornherein klar, dass eine Zustimmung zu einem weiteren Anstieg der Diäten nicht in Frage kommt. So haben wir es stets gehalten. Nach der Sachverständigenanhörung steht fest, dass wir das Gesetz ablehnen werden. Zuvor hatten wir eine Enthaltung erwogen. So fehlt die Mehrheit, obwohl die Grünen zustimmen wollten – und die Diäten steigen nicht, wohl bis zum Ende dieser Wahlperiode. Bild: Ralf Roletschek, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

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Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag
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V.i.S.d.P. Kevin Reissig