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#sogeht­solidarisch Mitte Mai 2026

Liebe Susanne Schaper,

Wirtschaftsminister Dirk Panter hat sich im Landtag zur Situation bei Volkswagen geäußert – dazu hatten wir ihn „animiert“. Weil das Thema so wichtig ist, haben wir vor kurzem einen weiteren Antrag vorgelegt und gehen davon aus, dass die Koalition zu Verhandlungen bereit ist. Schließlich ist Volkswagen nicht irgendein Unternehmen, sondern ein industrieller Taktgeber.

VW will jetzt die Integration der sächsischen Werke in den Mutterkonzern verschieben. Das wird mit fadenscheinigen technischen Argumenten begründet. Wer sich umhört, weiß: Wenn Zwickau im Mutterkonzern die gleichen Kniffe in der Bilanz anwenden könnte wie Wolfsburg, dann würde Zwickau in der Debatte um die Stückkosten im Konzernvergleich deutlich besser dastehen. Unsere Fraktionsvorsitzende Susanne Schaper hat sich unmissverständlich geäußert: „Die Beschäftigten erleben, dass die Standorte als Verhandlungsmasse behandelt werden – von einem Konzern, der groß ist im Boni ausschütten und Produktion verlagern, aber klein, wenn es ums Investieren geht. Für die Belegschaft heißt das: weniger Planbarkeit, mehr Angst um Lebenspläne. Lebenspläne, für die manche seit Jahrzehnten am Band den Buckel krumm machen! Dass ein Westkonzern so mit seinen Ostbeschäftigten umgeht, ist unter aller Sau, aber leider auch nichts Neues.“

Der Wirtschaftsminister bringt eine Kooperation mit China ins Spiel. Offenheit für Ideen ist das eine, wir warnen aber vor Naivität. Wer chinesische Investoren nur als Heilsbringer sieht, ignoriert Konfliktpotential. Das zeigte der harte Arbeitskampf bei SRW metalfloat Espenhain. Entscheidend ist, dass Industriejobs gesichert werden. Wenn VW nicht genug investiert, dann muss als Ultima Ratio über Alternativen gesprochen werden – aber nicht auf Kosten von Beschäftigten, Mitbestimmung und regionaler Entwicklung. In jedem Fall muss der Freistaat die Bedingungen für Elektromobilität verbessern, vor allem für günstigen Ladestrom und ein dichtes Netz an schnellen Ladepunkten sorgen. In den Blick gehören dabei auch Menschen, die nicht in ihrem Eigenheim laden können.

Kevin Reißig,
Pressesprecher

Bild: christophrudolf, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Inhaltsverzeichnis

Pflegende und Gepflegte können keine neuen Sorgen gebrauchen – entlasten statt kürzen!

Zum Internationalen Tag der Pflegenden hat die Linksfraktion das Thema „Pflegende geben alles, Gepflegte verdienen Würde. Sie brauchen keine neuen Sorgen, Herr Merz!“ auf die Tagesordnung der Plenarsitzung gesetzt. Verbunden haben wir das mit einem Dank an alle Pflegenden. Wir fordern für sie und für alle Gepflegten sowie deren Angehörige politische Priorität. Die Bundesregierung jedoch lässt sie mit großen Belastungen im Stich und will weiter kürzen.

Energiesperren verhindern menschenwürdiges Dasein – stattdessen vorbeugen und helfen!

Wir haben im Plenum gefordert, Energiesperren zu verbieten und Notlagen vorzubeugen. Jeder kann nachvollziehen, wie belastend ein Leben ohne Strom ist, insbesondere für erkrankte Menschen und Kinder. 2025 gab es in Leipzig, Dresden und Chemnitz über 7.500 Stromsperren. In der Messestadt dauerten 70 Prozent über 15 Tage an. Wie es in den Landkreisen aussieht und wie oft private Anbieter Haushalte abklemmen, wird nicht erfasst. Energiesperren helfen den Betroffenen nicht, sondern sie entziehen ihnen die Grundlagen für ein menschenwürdiges Dasein. Wir schlagen wir Präventions- und Hilfsmaßnahmen vor.

Linksfraktion legt Antrag für sichere Geburtshilfe vor

2010 hatte Sachsen 47 Kreißsäle, heute sind nur 31 übrig. Die nächste Schließung steht in Kamenz bevor. Oft fallen Geburtsstationen ersatzlos weg, hinzu kommt der Mangel an Hebammen. Anlässlich des internationalen Hebammentages hat die Linksfraktion einen Antrag beschlossen, der darauf abzielt, die Versorgung zu sichern. Werdende und neue Eltern brauchen enge Betreuung und Beratung vor, während und vor allem nach der Entbindung.

8. Mai: Sachsen braucht nicht weniger, sondern mehr Erinnerung

Zum zweiten Mal beging Sachsen den 8. Mai als offiziellen Gedenktag, nachdem wir dies im vergangenen Jahr durchgesetzt hatten. Der Tag soll kein Ritual sein, sondern er muss mit Leben erfüllt werden. Unser Dank gilt allen Soldaten der Anti-Hitler-Koalition, insbesondere den Soldaten der Roten Armee, sowie den Widerständlern und Partisanen in allen besetzten Ländern und auch denen, die den Mut und die Kraft hatten, hier in Deutschland das Licht der Menschlichkeit nicht erlöschen zu lassen. Sachsen braucht nicht weniger, sondern mehr Erinnerung.

 

Der Staat muss funktionieren, auch für Elfriede in Posemuckel

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat eine Regierungserklärung zu Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung abgegeben. Wir leben in einem Land, in dem E-Mails ausgedruckt und wieder eingescannt werden. Der Begriff „Modernisierungsagenda“ klingt gut, aber wir müssen genau hinsehen, welche Folgen Entscheidungen haben – und für wen. Der Zeitgeist will in Richtung Staatsabbau. Dazu hat das Kabinett sinnvolle Vorschläge beschlossen, aber auch viele Pläne, die wir nicht mittragen können.
Bild: Edoderoo, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Heimaufsicht-Prüfquote leicht gestiegen, aber weiter auf niedrigem Niveau

2025 hat die sächsische Heimaufsicht ihre Prüfquote gegenüber dem Vorjahr erneut leicht verbessert: Kontrolliert wurden 259 von 761 Pflegeeinrichtungen, ein Anteil von 34 Prozent. Allerdings erreicht sie weiterhin nicht die Kontrolldichte vorausgegangener Jahre. Wir vertrauen Sachsens Pflegekräften und haben großen Respekt für ihre anstrengende Arbeit. Qualitätsmanagement ist allerdings wichtig, damit die Pflegebedürftigen bestmöglich versorgt werden und das Personal gute Bedingungen vorfindet.

Auf in eine kämpferische CSD-Saison

Auf Antrag der Grünen-Fraktion hat der Landtag über den Schutz der Christopher-Street-Day (CSD)-Veranstaltungen beraten. 42.500 Menschen haben 2025 an einer CSD-Demonstration in Sachsen teilgenommen – so viele wie noch nie! Auf dieser Entwicklung liegt aber ein dunkler Schatten: Rechte, queerfeindliche Angriffe haben massiv zugenommen. CSDs benötigen Anerkennung und Unterstützung. Als Linksfraktion haben wir einen Runden Tisch mit den Organisatorinnen und Organisatoren gegründet. Mehr zum Thema hier.

Auch das gibt’s

Zwischenrufe machen Plenarsitzungen unterhaltsam – ein herausragendes Beispiel lieferte die letzte Sitzung. Der AfD-Abgeordnete Roberto Kuhnert meinte, die SPD trete immer deutlicher „als linksradikal in Erscheinung“. Lautstarke Antwort unserer Fraktionschefin Susanne Schaper: „Das ist eine Beleidigung aller Linksradikalen!“

Wenn Sie diese E-Mail (an: susanne.schaper@slt.sachsen.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.
Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden
Deutschland

linksfraktionsachsen.de

V.i.S.d.P. Kevin Reissig