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#sogeht­solidarisch Mitte Juni 2026

nicole.mann@slt.sachsen.de,

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant größere Änderungen bei der Pflegeversicherung. Sollten ihre Pläne umgesetzt werden, stünde die soziale Pflegeversicherung vor dem größten Leistungsabbau ihrer Geschichte. So sollen die Bedingungen dafür, einen Pflegegrad und damit Leistungen zu erhalten, vergrößert werden. Für pflegende Angehörige sollen geringere Rentenbeiträge gezahlt werden. Entlastungszahlungen für die Eigenanteile sollen erst nach einer längeren Aufenthaltsdauer im Pflegeheim fließen. Die Beitragsbemessungsgrenze soll erhöht, aber nicht abgeschafft werden.

Was würde Nina Warkens früherer Parteifreund Norbert Blüm wohl dazu sagen? Die Pflegeversicherung, als dessen Vater Blüm gilt, wurde als solidarische Antwort auf ein gesellschaftliches Risiko geschaffen. Der Pflegebedarf unserer alternden Gesellschaft wächst Jahr für Jahr. Statt Leistungen zurückzufahren, fordern wir eine stabile und gerechte Finanzierung, die alle Einkommensarten einbezieht. Für hohe Kapitalerträge sollten ebenfalls Sozialversicherungsbeiträge anfallen – Arbeitseinkünfte sind bisher wesentlich stärker mit Abgaben belegt.

Kevin Reißig,
Pressesprecher
Bild: CDU/Konrad-Adenauer-Stiftung, CC BY-SA 3.0 de, Wikimedia Commons

Inhaltsverzeichnis
Armut ist das Ergebnis ungerechter Politik – Reichtum stärker heranziehen!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband weist auf einen „traurigen Rekord“ hin: Bundesweit leben 16,1 Prozent der Bevölkerung in Armut. Das sind 13,3 Millionen Menschen. Die Armutsquote in Sachsen ist gestiegen und mit 16,7 Prozent wieder überdurchschnittlich, Chemnitz und Leipzig weisen noch höhere Werte auf. 1,8 Millionen Menschen sind arm, obwohl sie in Vollzeit arbeiten. Armut ist das Ergebnis ungerechter Politik, die wir beenden wollen!

Weniger Menschen mit Behinderung erhalten einen Nachteilsausgleich

In Sachsen sinkt die Zahl der Menschen mit Behinderung, die einen Nachteilsausgleich erhalten, mindestens seit 2020 kontinuierlich. Es ist wichtig, dass der Freistaat Menschen mit einer Seh- und/oder Hörbehinderung sowie Familien mit schwerstkranken Kindern dabei hilft, den Alltag zu meistern. Die Beträge sind aber zu niedrig, andere Bundesländer zahlen deutlich mehr. Die Linksfraktion fordert eine Erhöhung und einen stetigen Inflationsausgleich.

Bild: smerikal, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Die größte Gefahr droht vom rechten Rand – kapituliert die Staatsregierung?

Die Demokratie wird vor allem vom rechten Rand her bedroht. Diese Erkenntnis erfordert keinen Geheimdienst, sonst ist ein bekanntes Kapitel der Landesgeschichte. Im Verfassungsschutzbericht 2025 wurde es erneut aufgeschrieben, die extreme Rechte wuchert ungehemmt – wobei nicht einmal alle AfD-Mitglieder mitgezählt werden. Es ist merkwürdig ist, dass die Staatsregierung zunehmend den Eindruck erweckt, vor der Entwicklung zu kapitulieren.

Sportstätten fit machen

Mit einem neuen Antrag treten wir dafür ein, stärker in Sachsens Sportstätten zu investieren. Der Vereins- und Breitensport erlebt einen Boom mit immer mehr Aktiven und Vereinsmitgliedern – obwohl die Bevölkerungszahl sinkt. Umso wichtiger sind gute Bedingungen und moderne Sportstätten für alle. Die Möglichkeit, fit zu werden oder zu bleiben, darf keine Frage des Geldbeutels, des Wohnsitzes oder der kommunalen Haushaltslage sein!

Psychisch erkrankte Menschen verdienen mehr Hilfe

20 bis 30 Prozent der Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens von psychischen Erkrankungen betroffen. Immer mehr Menschen werden deshalb öfter oder länger arbeitsunfähig. Viele Betroffene sind mehrfach belastet – Armut, Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit oder soziale Isolation erschweren die Heilung. Sachverständige haben sich im Sozialausschuss positiv zu einem Antrag geäußert, mit dem die Linksfraktion auf eine größere Unterstützung abzielt.

 

GEAS: Geld für Integration ausgeben, nicht für de-facto-Haft geflüchteter Menschen!

Seit Freitag gilt die „Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS)“. Teil des deutschen Anpassungsgesetzes: Die Bundesländer dürfen „Sekundärmigrationszentren“ einrichten, in denen Geflüchtete unter haftähnlichen Bedingungen leben. Integration wird so unmöglich, darunter leiden vor allem Kinder. Die Linksfraktion fordert, dass Sachsen sein „Landesausreisezentrum“ in Dresden schließt. Die Betroffenen sollen dezentral untergebracht und freiwerdende Mittel genutzt werden, um die Integration zu verbessern.

Keine Umsatzsteuer auf Mitgliedsbeiträge in gemeinnützigen Vereinen!

Ob in Sport, Kultur oder Bildung: Gemeinnützige Vereine sollen auf Mitgliedsbeiträge keine Umsatzsteuer entrichten müssen. Damit dies eindeutig geregelt wird, hat die Linksfraktion einen neuen Antrag vorgelegt. Bisher klaffen die Rechtsprechung und die Verwaltungspraxis auseinander: Die Finanzämter behandeln Mitgliedbeiträge überwiegend als umsatzsteuerbefreit. Aufgrund des jüngsten Urteils des Bundesfinanzhofes ist es höchste Zeit für Rechtsklarheit.

Fahren ohne gültigen Fahrschein entkriminalisieren

Die Staatsregierung soll im Bundesrat dafür eintreten, dass die Benutzung von Bus und Bahn ohne gültigen Fahrschein nicht mehr als Straftat behandelt wird. Wir wollen die Doppelsanktionierung beenden: Wer erwischt wird, zahlt Strafe ans Beförderungsunternehmen. Die parallele Strafverfolgung, die mit Geldbuße – oder bei Zahlungsunfähigkeit mit Haft – enden kann, wollen wir abschaffen. Gegen Armut ist Strafrecht das falsche Mittel.

Bild: Nicolas Bouliane, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Auch das gibt’s

Stellen wir uns vor, die Staatsregierung würde alle Geländer entfernen lassen, um anhand von Abstürzen herauszufinden, welche gebraucht werden. Klingt bekloppt? Wäre es auch. Einer solchen Logik folgt aber das „Kommunalerprobungsgesetz“: Nach dem Willen der Staatsregierung sollen Kommunen, deren Körperschaften und Verbände auf Antrag Landesvorschriften missachten dürfen. Die Ministerien sollen diese Ansinnen nur innerhalb enger Grenzen ablehnen können. Gesetze und weitere Regeln gelten dann in manchen Städten oder Landkreisen, während sie in der Nachbarkommune außer Kraft sind. Wir verstehen ja, dass die Staatsregierung überholte Paragrafen suchen und abschaffen will. Dieser Plan wäre aber kein geordneter Bürokratieabbau, sondern Chaosstiftung!

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Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag
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V.i.S.d.P. Kevin Reissig