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#sogeht­solidarisch Ende Juli 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Karton voller Papier – das ist der Haushaltsentwurf, den die Staatsregierung für 2027/2028 ans Parlament geschickt hat. Wer gerade nicht im Urlaub ist, brütet im Landtagsbüro oder daheim über den mehr als 4.200 Seiten Tabellen und Text. Es ist offen, was in der zweiten Jahreshälfte damit geschehen wird. Sicher ist nur, dass der Landtag am 26. August zusammenkommen und erstmalig diskutieren wird. Die Zeit wird zeigen, mit wem die Koalition verhandeln will, welche Änderungen erfolgen und ob eine Einigung möglich ist, damit kurz vor Weihnachten ein neuer Haushalt beschlossen werden kann.

Vor dem Parlament liegen intensive Monate. Der Blick auf unsere erneut kurze Themenliste zeigt, dass viele derzeit dafür noch Kraft tanken.

Kevin Müller-Reißig
Pressesprecher

Inhaltsverzeichnis
Sachsen verdient einen landesweiten Hitzeaktionsplan!

Mit 41,7 Grad wurde am 28. Juni in Deutschland am dritten Tag in Folge ein Temperaturrekord gemessen. Hitze gefährdet viele Menschen, die Zahl der Toten ist hoch. Die Linksfraktion beantragt, dass die Staatsregierung einen Aktionsplan entwickelt. Warnungen sollen gebündelt und über Verhaltenstipps, Kühl-Orte und Notfallkontakte informiert werden. Trinkwasserbrunnen, Verschattung, Entsiegelung, Begrünung, Sprühnebelanlagen und kühle Aufenthaltsräume sollen gefördert werden. Für Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und Schulen sollen Mindeststandards gelten. Alle Menschen sollen sich schützen können, unabhängig vom Geldbeutel.

Die Krankschreibungs-Pläne der Bundesregierung ablehnen

Die Merz-Regierung hat beschlossen, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Zudem will sie eine Pflicht einführen, wonach kranke Beschäftigte ab dem ersten Tag eine Arztpraxis aufsuchen müssen, um eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhalten. Die Linksfraktion fordert die Staatsregierung auf, diesen Plänen auf der Bundesebene nicht zuzustimmen. Zahlreiche Gründe sprechen dafür, dass die Pläne keinen Nutzen bringen, aber viel Schaden anrichten werden. Die ärztlichen Verbände laufen zu Recht Sturm dagegen.

Linksfraktion will Landesmedienanstalt zu Transparenz verpflichten

Die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien steht immer wieder in der Kritik – unter anderem wegen recht hoher Gehälter und enormer Rücklagen für den Erwerb einer Eigentumswohnung im Dienstgebäude, die gar nicht zum Verkauf steht. Die Linksfraktion will die Anstalt per Gesetzesentwurf zu mehr Transparenz verpflichten. Beitragsfinanzierte Medienangebote sind eine tragende Säule der Demokratie, für deren Erhalt wir kämpfen. Der teils kritischen Stimmung ihnen gegenüberlässt sich nur mit maximaler Transparenz begegnen.

Suchthilfe stärken, Drug Checking ermöglichen

Jeder Todesfall, der auf Drogenkonsum zurückgeht, ist einer zu viel. Wir fordern starke Präventions- und Hilfsstrukturen. Der 21. Juli als Internationaler Gedenktag für verstorbene drogengebrauchende Menschen macht auf die Situation der Betroffenen und nötige Veränderungen der Drogen- und Suchthilfepolitik aufmerksam. Wir wollen die Hilfelandschaft ergänzen und dem Problem entgegenwirken, dass Substanzen verunreinigt sind oder überdosiert werden. Helfen kann vor allem Drug Checking.

Sommer, Sonne, Sparpläne? Jugendpauschale stärken und Jugendhilfe nicht kürzen!

In einer Zeit gesellschaftlicher und finanzieller Unsicherheit braucht die sächsische Kinder- und Jugendhilfe ein klares Signal: Die Jugendpauschale muss erhöht werden, anstatt bei der Jugendhilfe zu kürzen! Die Belastungen für junge Menschen sind erheblich gestiegen. Kriegsangst, Inflation, Energiekrise, wachsender Leistungsdruck und Zukunftsängste prägen ihren Alltag. Wer heute die Jugendhilfe kürzt, handelt unverantwortlich.

Behörden tappen nach Cyberangriff auf Staatliche Kunstsammlungen im Dunkeln

Gut ein halbes Jahr nach dem Cyberangriff auf die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) tappen sächsische Ermittlungsbehörden offenbar weiter im Dunkeln. Ein Durchbruch blieb bislang aus, das Ermittlungsverfahren richtet sich immer noch „gegen unbekannt“. Im Gleichlauf mit zunehmender Digitalisierung müssen staatliche Einrichtungen auf technischer Ebene ertüchtigt werden, damit sie Cyberangriffe abwehren können.

Auch das gibt’s

Solange die „Ampel“ regierte, war es kein Wunder, dass Sachsens CDU und Michael Kretschmer lauthals die Bundesregierung kritisierten. Sie waren ja nicht an ihr beteiligt. Inzwischen ist das anders – Friedrich Merz, der auch vielen hiesigen Konservativen als Hoffnungsträger galt, steht an der Spitze. Deshalb ist es bemerkenswert, dass der Ministerpräsident wieder Abstand demonstriert und das Geschehen in der Bundeshauptstadt kritisiert. Dieser Tage gab er zu Protokoll, er habe die Entlassung der sächsischen CDU-Funktionärin Christiane Schenderlein durch Merz „überhaupt nicht verstanden“. Sie sei schließlich „eine unglaublich erfolgreiche Sportministerin“ gewesen. Mit jedem neuen Fettnapf, in den Merz hüpft, dürfte neuer Frust hinzukommen. Schließlich ist die Stimmung gegenüber der Bundesregierung auch maßgeblich dafür, wer in den Bundesländern die Nase vorn hat.
Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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V.i.S.d.P. Kevin Reissig