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#sogeht­solidarisch Mitte August 2026

Liebe Ines Lindner-Jastrzebska,

übermorgen enden die Ferien – dann müssen nicht nur die Schülerinnen und Schüler wieder „ran“, sondern auch alle im Landtagsbetrieb. Am 20. August veranstaltet die Linksfraktion erneut einen „gesellschaftlichen Konsultationsmechanismus“ zum Haushaltsentwurf der Staatsregierung, woran sich im September eine digitale Hearing-Woche anschließt. Wir wollen unsere Analysen um Reaktionen von Vereinen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen ergänzen, bevor sich in der zweiten Jahreshälfte herausstellen wird, ob und wie es mit den reichlich 4.200 Seiten weitergeht.

Zum Thema wird bald ein neuer gesundheitspolitischer Antrag der Linken, mit dem wir dafür eintreten, dass die gesetzlich Versicherten für verordnete Leistungen nicht mehr zuzahlen müssen. Das betrifft vor allem Arznei- sowie Heil- und Hilfsmittel, Zahnersatz, Sehhilfen, Fahrtkosten oder Krankenhausaufenthalte. Nach dem „Beitragssatzstabilisierungsgesetz“, das der Bundestag beschlossen hat, sollen die Zuzahlungen ab 2027 um 50 Prozent steigen. Das trifft viele Menschen härter als andere, vor allem dann, wenn sie älter, chronisch krank, arm oder all das gleichzeitig sind. Die Pläne sind ungerecht und die Staatsregierung sollte dagegenhalten. Es sollen nicht alle mehr zahlen müssen, sondern nur jene, die das verschmerzen können.

Kevin Reißig,
Pressesprecher

Inhaltsverzeichnis

Mehr Haushalte brauchen Wohngeld – Kürzungen abwenden!

In Sachsen sind 97.515 Haushalte auf das Wohngeld angewiesen. Fast 40.000 Anträge waren Ende Juni in Bearbeitung. In Freiberg, Görlitz und Leipzig müssen die Betroffenen etwa sechs Monate lang auf einen Bescheid warten. Würde die Bundesregierung ihre Kürzungspläne umsetzen, würde ein Großteil der bisher Wohngeldberechtigten ihren Anspruch verlieren oder weniger Geld bekommen. Das wollen wir verhindern! 

Startet irgendwer euphorisch ins neue Schuljahr?

Am Montag begrüßt der Kultusminister die Schülerinnen und Schüler mit der Ausweitung des Handy-Verbotes und die angehenden Lehrkräfte mit Mehrarbeit. Trotz vieler Neueinstellungen fällt viel Unterricht aus und es fehlt Unterstützungspersonal in multiprofessionellen Teams. Wir können uns nur schwer vorstellen, dass irgendwer euphorisch ins Schuljahr startet. Mit Freude vernehmen wir aber, dass endlich alle Lehrpläne überarbeitet werden sollen. Eher Rückschritt als Fortschritt sehen wir indes bei der Medienbildung.

Auch im Wirtschaftsministerium hat man gemerkt, dass es zu heiß ist

Wirtschaftsminister Dirk Panter informiert darüber, dass sein Ministerium Kommunen und weitere Berechtigte mit Fördermitteln für Hitzeschutz unterstützt. Nach Wochen mit Extremtemperaturen weist die Staatsregierung nun auf die bescheidenen Möglichkeiten hin, Fördermittel zu beantragen, und appelliert, Anträge zu stellen. Das hätte längst passieren müssen und wirkt fast ein wenig verzweifelt. Eigentlich müsste der Fördertopf bereits leer sein.

Leid der Streunerkatzen lindern und Tierheime entlasten

Zum Weltkatzentag am 8. August erinnerten wir an ein wichtiges Thema, für das wir auch in dieser Wahlperiode eintreten: eine Katzenschutzverordnung. Sie ist sie das wichtigste Instrument, um die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen zu bekämpfen, Tierleid zu lindern und Tierschutzaktive wie Tierheime zu entlasten. Die Kommunen sollten Katzenbesitzerinnen und -besitzer verpflichten dürfen, ihre Freigänger zu kastrieren und zu registrieren. Noch immer ist unser Bundesland das einzige ohne eine solche Regelung.

Mehr als ein Dutzend sicherheitsrelevante Drohnen-Überflüge

In Sachsen wurden im ersten Halbjahr 2026 mehr als ein Dutzend sicherheitsrelevante Drohnen-Überflüge über der kritischen Infrastruktur registriert. Die Zahlen des Innenministeriums kamen kurz vor dem Drohnenangriff auf dem Leipziger Flughafen. Neu ist das Phänomen nicht, 2025 hatte es 21 solcher Vorkommnisse gegeben. Der Freistaat muss im Bereich der Drohnen-Detektion nachlegen und seine Abwehr verstärken. Das ist auch das Ergebnis einer Innenausschuss-Sondersitzung dazu. Nötig sind fokussierte Ermittlungen bei hochprofilierten Taten, und genau damit haben wir es in Leipzig zu tun.

Fähigkeitslücken der Drohnenabwehr zügig schließen

Die Drohnenabwehr der Landespolizei kam im ersten Halbjahr 2026 acht Mal im Freistaat zum Einsatz, kaum häufiger als bisher. Sie wurde vor allem zur Absicherung von Konzerten, Sportevents und Gerichtsverhandlungen eingesetzt – aber offenbar nicht im Zusammenhang mit Kritischer Infrastruktur, etwa im Umfeld des Leipziger Flughafens. Die Einsatzliste lässt keine Überschneidungen mit den 13 sicherheitsrelevanten Überflügen erkennen. Eine Strategie ist nötig: „Auf gut Glück“-Einsätze bei Großevents sind gut – die gezielte Sicherung gefährdeter Einrichtungen wäre besser.

376 Personen abgewiesen, die vor häuslicher und sexualisierter Gewalt flohen

2025 mussten 306 Frauen, die in einem der 17 Schutzhäuser Zuflucht vor häuslicher und sexualisierter Gewalt suchten, wegen Platzmangels abgewiesen werden. Hinzu kommen 20 Abweisungen in Einrichtungen für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution sowie 50 in Männerschutzwohnungen. Die Staatsregierung bekämpft das Problem nur zögerlich. Dabei gibt das Gewalthilfegesetz des Bundes Frauen ab 2032 einen Rechtsanspruch auf einen Schutzplatz und auf Beratung. Jetzt heißt es: Die nötigen Strukturen schnell ausbauen!

Auch das gibt’s

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter, der Leipzigs Oberbürgermeister werden möchte, fordert einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs. Dort legt der Staat Obergrenzen für Kraftstoffpreise fest. In Deutschland erwirtschaften Ölkonzerne derweil ungebremst Rekordprofite, während hohe Transportkosten viele Preise nach oben treiben. Wir fragen uns und ihn: Wie weit ist die Staatsregierung mit ihrer für diesen sinnvollen Schritt nötigen Bundesratsinitiative vorangekommen? Es soll doch nicht bei Worten bleiben? Die Antwort bisher: Schweigen.

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V.i.S.d.P. Kevin Reissig