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#sogeht­solidarisch Ende August 2026

Lieber Kevin Müller-Reißig,

am 26. August hat der Landtag erstmals über die Regierungspläne für den Doppelhaushalt 2027/2028 beraten. Unsere Fraktionschefin Susanne Schaper hat klargestellt: „Der Entwurf ist meilenweit davon entfernt, gut für Sachsen oder für uns Linke akzeptabel zu sein. So, wie er jetzt ist, können wir nur ablehnen.“ Er sei nur deshalb kein totaler Kahlschlag, weil Sachsen sich Geld für Investitionen und die Kommunen leiht. Solche Kredite haben wir Linken lange gefordert und uns – gemeinsam mit den Grünen und der Unterstützung der SPD – gegen die jahrzehntelange Blockade der CDU durchgesetzt. So kann der Freistaat jetzt Kredite aufnehmen, um Werte zu schaffen, etwa zugunsten von Kitas, Schulen und Krankenhäusern. Ihre vollständige Rede findet sich hier.

Viele Budgets bedürfen der Korrektur. Der Landtag kann nur etwa ein Zehntel der 53,5 Milliarden Euro wirklich frei verteilen – das meiste Geld ist durch Personalausgaben, gesetzliche Aufgaben oder Bundes- und EU-Programme gebunden. Umso wichtiger ist es, die Mittel sinnvoll einzusetzen. Die Linksfraktion wird mit Änderungsanträgen zeigen, wie der Entwurf sozialer werden kann. Dazu sprechen wir mit vielen Menschen, deren Arbeit der Haushalt unmittelbar betrifft. Am 20. August hatten wir eine volle Veranstaltung in Dresden, bald folgt unsere Hearing-Woche mit vielen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Auf dieser Grundlage wird die Linksfraktion zu gegebener Zeit entscheiden, ob sie ein Gesprächsangebot der Koalition annehmen würde – wenn denn eines kommen sollte.

Kevin Müller-Reißig,
Pressesprecher

Inhaltsverzeichnis

Die gesetzlich Versicherten sollen nicht zuzahlen müssen

Nach dem „Beitragssatzstabilisierungsgesetz“ sollen die 74,5 Millionen gesetzlich Krankenversicherten ab 2027 50 Prozent mehr zuzahlen. Die Linksfraktion fordert , dass Sachsen gegenüber dem Bund darauf hinwirkt, sie von Zuzahlungen für notwendige und verordnete Leistungen zu befreien. Das betrifft vor allem Arznei- sowie Heil- und Hilfsmittel, Zahnersatz, Sehhilfen, Fahrtkosten oder Krankenhausaufenthalte. Ein paar Euro mehr für die Tabletten, eine dreistellige Zuzahlung fürs Krankenhaus oder die Eigenbeteiligung für den neuen Rollator bereiten durchaus vielen Leuten Kopfzerbrechen, vor allem dann, wenn sie älter, chronisch krank, arm oder all das gleichzeitig sind. Es sollten nur jene mehr zahlen müssen, die das verschmerzen können.

Linkes Mietendeckel-Konzept würde auch sächsischen Haushalten helfen

Die Linksfraktion im Bundestag hat ihre Initiative für einen Mietenstopp und einen bundesweiten Mietendeckel vorgestellt. Als Sofortmaßnahme wird ein Mietenstopp eingeführt, im Bestand und bei neuen Vertragsabschlüssen. Der  Mietendeckel ersetzt langfristig die bisherige Regulierung. Rechtsbegriffe werden verändert, etwa die Mietspiegelberechnung. Ein Gutachten von Prof. Thorsten Kingreen bescheinigt, dass der Mietendeckel grundsätzlich mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Er käme auch sächsischen Haushalten zugute. Es gibt kein Naturgesetz, das überhöhte Wohnkosten verursacht!

VW-Chef in Sachsen: Drei von Oliver Blumes Fingern zeigen auf ihn selbst

VW-Chef Oliver Blume hat die Beschäftigten bei ihren Belegschaftsversammlungen in Zwickau, Chemnitz und Dresden enttäuscht. Er zeigt angesichts der Krise auf die Belegschaft und fordert, „alle“ müssten „mitziehen“. Drei seiner fünf Finger zeigen auf ihn selbst. Das Management muss seine vielen Millionen an Gehalt und Boni mit einer Strategie rechtfertigen: Mit welchen Modellen zu welchen massentauglichen Preisen will man an die Erfolge aus dem Golf-Zeitalter anknüpfen? Stattdessen bereitet man offensichtlich vor, das hoch produktive Zwickauer Werk weiter nicht annähernd auszulasten. So erzeugt man jene „Kostengründe“, die es eines Tages rechtfertigen sollen, nach mehr als 120 Jahren Automobilbau in Zwickau alle Lichter auszuknipsen.
Bild: NN - Self-photographed, Wikimedia Commons

Aktionsplan gegen Menschenverachtung ist hilfreich – es kommt aber auf den Schulalltag an

Kaum eine Woche vergeht ohne rechtsextreme Vorfälle an Schulen. Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus. Daher ist es gut, dass die Staatsregierung nachlegt und einen ressortübergreifenden Aktionsplan gegen Extremismus an Schulen beschlossen hat. Die Kultusverwaltung muss jeden Tag hinter unseren Lehrkräften stehen, wenn diese – gemeinsam mit anderen – gegen menschenfeindliche Einstellungen vorgehen. Doch damit sind  nicht alle Lücken geschlossen. Schließlich will die extreme Rechte mit der vorgeschobenen Forderung nach „Neutralität“ erreichen, dass Menschenverachtung unwidersprochen bleibt.

Polizei-Abhörzentrum startklar: Drohnenabwehr beschleunigen

Nach jahrelangen Verzögerungen ist das länderübergreifende Polizei-Abhörzentrum in Leipzig startklar. Der Zeitverzug ist nicht nur peinlich, sondern deuten auch auf einen Mangel an Ernsthaftigkeit und Professionalität hin, derer es angesichts neuerer Herausforderungen – Stichwort Drohnenabwehr – unbedingt bedarf. Innenminister Schuster darf sich nicht darauf verlassen, dass schon irgendwer die Kastanien aus dem Feuer holen wird, wie zuletzt der Busfahrer auf dem Leipziger Flughafen.

Auch das gibt’s

„Hätten wir mehr Geld, das wir verteilen können, dann wären wir auf der kommunalen Ebene besser ausgestattet.“ Das merkte BSW-Haushaltsexpertin Uta Knebel im Landtag zum Haushaltsentwurf an. Ein Patentrezept!
Bild: Sandro Halank, Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

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Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag
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V.i.S.d.P. Kevin Müller-Reißig