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#sogeht­solidarisch Mitte September 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

ab morgen tagt der Landtag – und debattiert auf unseren Antrag hin über den drohenden Kollaps der Pflegeversicherung. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen schlägt Alarm, weil diese voraussichtlich ab Oktober zahlungsunfähig sein werde. Es darf kein Zustand eintreten, in dem Pflegebedürftige die benötigten Leistungen nicht mehr erhalten. Die Leute zahlen schließlich lange Jahre dafür ein!

Die Bundesregierungen waren seit Jahren nicht in der Lage, die Pflegekassen zu stabilisieren. Jetzt muss wohl der Bund zuschießen, das wird aber nicht ausreichen. Die grundsätzliche Lösung: Alle zahlen solidarisch in die gesetzliche Pflegeversicherung ein. Enorme Einkünfte dürfen nicht mehr per „Beitragsbemessungsgrenze“ oder Privatversicherung außen vor bleiben.

Weitere Punkte, zu denen wir Vorschläge machen werden, sind die enormen Spritpreise und der Hitzeschutz. Außerdem steht unser Gesetzentwurf zur Abstimmung, das Wahlalter bei Landtagswahlen, Kommunalwahlen sowie bei Volksanträgen, Volksbegehren und Volksentscheiden auf 16 Jahre zu senken. Mehr dazu in unserer nächsten Ausgabe.

Kevin Müller-Reißig,
Pressesprecher

Inhaltsverzeichnis

Die überreichen VW-Eigentümer und das Management kriegen den Hals nicht voll

 

Medienberichten zufolge hat der VW-Vorstand einstimmig beschlossen, in wenigen Jahren die Produktion in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm zu beenden. Dahinter stecken die überreichen Eigentümerfamilien und ein versagendes Management, die alle den Hals nicht vollkriegen. Ihnen sind diejenigen, die ihren Wohlstand erarbeiten, und die Regionen mit ihren vielen Zulieferbetrieben schnurz. Ihnen geht es darum, dass der profitable Konzern neue Milliardendividenden ausschütten kann. Pläne, die auch das sächsische Werk gefährden können, haben inzwischen den Aufsichtsrat passiert. Die Staatsregierung muss mit der niedersächsischen Regierung maximalen Druck ausüben. Innovative Ideen aus den Reihen der Beschäftigten müssen aufgegriffen werden. Wir stehen an ihrer Seite!

 

Mehr Fördermittel für Sozialwohnungsbau – ohne neue Förderrichtlinie bleibt aber wohl Geld liegen

 

Im Infrastrukturausschuss haben CDU, SPD und AfD dem Landtag empfohlen, den Antrag der Linksfraktion „Wohnen muss bezahlbar sein – mehr Sozialwohnungen schaffen und Gelder des Bundes nicht verfallen lassen“ abzulehnen. Bald wird das Plenum entscheiden. Wir wollen mehr bezahlbare Wohnungen schaffen und schlagen dazu vor, die Förderrichtlinie „Gebundener Mietwohnraum“ zu erneuern. Überdies soll der Freistaat die Bundesmittel für den Sozialwohnungsbau ausschöpfen, die 2027 und 2028 steigen. Der Bedarf ist enorm, nicht nur in den Großstädten.

Dresdner Impfstoffwerk vor dem Aus: Panter muss den Reaktionsmodus verlassen

 

Das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline will das Dresdner Impfstoffwerk schließen. Bis 2028 droht 641 Menschen der Jobverlust. Das ist ein neuer breiter Riss im wirtschaftlichen Fundament. Das Werk ist der einzige Großproduktionsstandort dieser Art in Sachsen und einer von wenigen in Europa. Dort werden Impfstoffe gegen Grippe und Hepatitis entwickelt und hergestellt. Es ist eine Lehre aus der Pandemie, dass wir bei der Impfstoffproduktion unabhängiger von ausländischen Produktionsstandorten werden müssen! Der Erhalt des Impfstoffwerks ist deshalb auch eine Frage der Gesundheitssicherheit.
Bild: Bisco, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Machen wir was aus der Pisa-Studie – das beste Mittel sind Gemeinschaftsschulen

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 sind schlecht wie noch nie. Machen wir etwas draus! Der Bund muss stärker in die Bildungsfinanzierung einsteigen. Alle Kinder verdienen einen gleichberechtigten Start, die Kitas und Schulen sollen Unterschiede zwischen reicheren und ärmeren Haushalten bestmöglich ausgleichen. Deshalb müssen wir den Fach- und Lehrkräften mehr Zeit für jedes Kind verschaffen. Das beste Mittel gegen schlechte Pisa-Ergebnisse wären mehr Gemeinschaftsschulen.

Unterrichtsausfall: Den Familien an stark betroffenen Schulen hilft die Statistik wenig

Inzwischen liegen Zahlen zum Unterrichtsausfall im Schuljahr 2025/26 vor. Während sich die Lage an den Oberschulen deutlich und an Gymnasien sowie Förderschulen leicht gebessert hat, wächst der Unterrichtsausfall an Grund- und Berufsschulen. An einzelnen Standorten gibt es weiter alarmierend hohe Werte. Sachsens Lehrkräfte zahlen für die teilweisen Erfolge einen hohen Preis – er besteht aus Überstunden und in vielen Fällen auch langen Fahrtwegen zur Abordnungsstelle. Wir dürfen Probleme nicht verlagern, sondern müssen sie lösen.

Wohnungslose: Eine landesweite Gegenstrategie muss her

Wohnungslosigkeit ist eine der schlimmsten Formen von Armut und auch in Sachsen ein drängendes Problem. Die Staatsregierung soll eine Landes-Strategie erarbeiten, die Wohnungsnotfällen vorbeugt und den Betroffenen hilft. Die Koalition muss sich bereitfinden, über unsere entsprechende Initiative zu sprechen. So sollen zielgenaue Hilfsangebote und Präventionsmaßnahmen entwickelt werden. Laut den Sozialverbänden übernachteten im letzten Jahr 6.885 Personen in Einrichtungen der sächsischen Wohnungslosenhilfe. Die Dunkelziffer ist hoch.  

Auch das gibt’s

Die „Heimatunion“ in der sächsischen CDU trommelt seit langem dafür, sich in Richtung der extremen Rechten zu öffnen – auch nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. Innenminister Armin Schuster wies das mit der Formulierung zurück, die CDU würde dann „ein bisschen in Schönheit sterben“. Damit liegt er richtig und liefert überdies einen neuen Eintrag für unsere Sammlung komischer Sprachbilder. Beides gilt auch für einen Leserbrief, der im SPIEGEL zu lesen war: „Wäre Armin Laschet nicht über sein Lachen gestolpert, hätten wir jetzt nicht das ganze Theater.“
Bild: Dirk Vorderstraße, CC BY 2.0, Wikimedia Commons 

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V.i.S.d.P. Kevin Reissig